Kindertagesstätten unterscheiden sich nicht nur anhand der Erziehungsstile, sondern auch nach ihrer pädagogischen Ausrichtung. Auch in diesem Bereich gibt es verschiedene Stile. Am weitesten verbreitet sind die Stile Montessori, Waldorf, Natur- und Waldkindergarten, Reggio, Integrativ und Freinet. Was bedeuten diese Formen der Pädagogik im Einzelnen?

Im Wald- und Naturkindergarten verhält es sich so, das man, wie der Name schon aussagt, sich den ganzen Tag im Wald oder der freien Natur aufhält. Der Tagesablauf wird anhand der Jahreszeiten geplant. Die Kinder sind den ganzen draußen an der frischen Luft und können toben und spielen. Es gibt immer was neues zu entdecken. Die Idee des Waldkindergartens kommt aus Dänemark. Dort wurde in den sechziger Jahren die ersten Kinder im Wald betreut. Für viele Aktivitäten und Spiele braucht man alle Kinder, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Das fördert den Zusammenhalt in der Gruppe und stärkt das Selbstvertrauen. Es gibt keine Spielzeuge im herkömmlichen Sinne, sondern es wird mit dem gespielt, was Wald und Wiese zu bieten hat. Die Kinder lernen eine Menge über die heimische Flora und Fauna und der bewusste Umgang mit der Natur wird schon für die Kleinsten zur Selbstverständlichkeit. Bei einem Waldkindergarten ist eine Beschäftigung in einem Hause nicht vorgesehen. Da es aber auch mal extrem schlechtes Wetter geben kann, muss eine Notunterkunft vorhanden sein. Durch die Aktivitäten im Freien wird das Immunsystem gestärkt.

Was kann man sich unter einem Reggio-Kindergarten vorstellen?

Bei der Reggio-Pädagogik gibt es keine Hierarchie bei den Erziehern. Bei der Erziehung der Kinder arbeiten die Erzieher sehr eng mit den Eltern zusammen. Kindern wird ein hohes Maß an Kompetenz zugetraut. Der vorhandene Wissensdurst der Kinder wird sehr stark gefördert. Ein ganz wichtiger Ansatz der Reggio-Pädagogik lautet, das Kinder 100 Sprachen haben, um sich auszudrücken und mitzuteilen. Die wichtigsten Kommunikationsarten sind Sprache, Singen, Träumen und das Entdecken. Die Erzieher legen großen Wert darauf, den Kindern eine optimistische Grundhaltung zu vermitteln und das Interesse der Kinder zu fördern. Die Erzieher und Pädagogen werden regelmäßig auf Fortbildung geschickt. Die Kreativität und das schöpferische Handeln der Kinder wird besonders stark gefördert. Die Spiele in einem Reggio-Kindergarten sind projektbezogen. So werden den Kindern alltägliche Dinge wie Schnee, Regen, Sonne oder Schatten erklärt. Die Kinder tauschen sich untereinander aus und Erlebnisse werden in Wort oder Bild dokumentiert. Die Kinder lernen durch Exkursionen, Erkundung, Empfindungen und eigene Erfahrungen. Hier bei kommt dem Erzieher eine andere Rolle zu, als bei einem normalen Kindergarten. Die Kinder werden nicht angelernt, sondern die Erzieher hören den Kindern zu und schaffen Dialoge. So wird der Forscherdrang der Kinder gefördert. Eine besondere Rolle kommen den ``sprechenden Wänden´´ zu. Bei der Reggio-Pädagogik werden Zettel, Informationen, Fotos, Notizen und andere Dinge der Kinder, die sie gerne loswerden wollen, an großflächigen Wänden aufgehängt. Diese sprechenden Wände sind ein guter Indikator für Eltern und Erzieher über den Entwicklungsfortschritt der Kinder.